Wärmepumpenboiler Test 2025: Echte Daten zur Energieeffizienz

Wärmepumpenboiler können die Warmwasserkosten um beeindruckende 65 bis 75 Prozent reduzieren. Tatsächlich macht die Warmwasserproduktion etwa 20 Prozent der gesamten Heizkosten in einem durchschnittlichen Haushalt aus, und fast 50 Prozent der Stromrechnung entfallen auf die Warmwasserbereitung.
Ein effizienter 300-Liter-Wärmepumpenboiler kostet zwischen 3.500 und 5.000 CHF inklusive Installation. Dabei benötigt das System einen Raum von mindestens 20 Kubikmetern und arbeitet mit einer Lautstärke von etwa 35 dB – vergleichbar mit einem gewöhnlichen Zimmerventilator. In einem Vier-Personen-Haushalt können die jährlichen Betriebskosten bei etwa 6.000 kWh liegen.
In diesem ausführlichen Test analysieren wir die neuesten Wärmepumpenboiler-Modelle 2025. Wir untersuchen ihre Energieeffizienz, vergleichen die Betriebskosten und bewerten ihre praktische Leistung unter realen Bedingungen.
Testmethodik und Bewertungskriterien für Wärmepumpenboiler
Für Verbraucher ist die Qualität eines Wärmepumpenboilers entscheidend. Doch wie werden diese Geräte eigentlich getestet? Transparente und zuverlässige Testmethoden sind unerlässlich, um die tatsächliche Leistungsfähigkeit und Effizienz zu bestimmen.
Standardisierte Testverfahren nach EN 16147
Die Prüfung von Wärmepumpenboilern erfolgt nach international festgelegten Standards. Seit Juli 2011 werden Brauchwarmwasser-Wärmepumpen nach der europäischen Norm EN 16147 geprüft. Zuvor basierte die Testmethodik auf der Norm EN 255-3 und dem darauf aufbauenden DACH-Prüfreglement. Diese Umstellung war ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Qualitätssicherung.
Das renommierte Wärmepumpen-Testzentrum (WPZ) in Buchs führt diese standardisierten Tests durch. Das WPZ gilt als akkreditierte Prüfstelle nach EN 17025 und testet die Geräte nach den erweiterten Anforderungen des EHPA-Prüfreglements, der ErP- oder NF-Richtlinien.
Ein zentrales Element dieser Prüfungen ist die Messung unter definierten Zapfprofilen. Diese Profile simulieren den täglichen Warmwasserverbrauch in verschiedenen Haushaltstypen. Für die Schweiz wird häufig das Zapfprofil XL verwendet, das einen typischen Vier-Personen-Haushalt abbildet. Die Norm definiert genau, wann und in welcher Menge Warmwasser entnommen wird, um realistische Testergebnisse zu gewährleisten.
Der wichtigste Kennwert ist dabei der COP (Coefficient of Performance), der das Verhältnis zwischen abgegebener Wärmeenergie und aufgenommener elektrischer Energie beschreibt. Bei den Messungen werden konstante Umgebungstemperaturen von 15°C bis 20°C eingehalten. Die COP-Werte der am WPZ getesteten Wärmepumpenboiler liegen typischerweise zwischen 2,98 und 3,81. Zum Vergleich: Ein herkömmlicher Elektroboiler erreicht unter denselben Bedingungen nur einen COP von etwa 0,94.
Messung der Jahresarbeitszahl (JAZ) unter realen Bedingungen
Die Jahresarbeitszahl (JAZ) ist die wichtigste Kennzahl zur Beurteilung der Effizienz von Wärmepumpenboilern über einen längeren Zeitraum. Während der COP eine punktuelle Messung darstellt, erfasst die JAZ die tatsächliche Effizienz über ein ganzes Jahr hinweg unter realen Betriebsbedingungen.
Die Formel zur Berechnung ist: JAZ = abgegebene Wärmeenergie (kWh) / zugeführte elektrische Energie (kWh). Für eine exakte Messung sind zwei zusätzliche Messgeräte notwendig: Ein Wärmemengenzähler zur Erfassung der abgegebenen thermischen Energie und ein separater Stromzähler für den Verbrauch des Wärmepumpenboilers.
Interessanterweise haben die Testbedingungen erheblichen Einfluss auf die gemessenen Werte. Die Zapfmenge spielt dabei eine entscheidende Rolle. Bei kleineren Entnahmemengen nimmt die Effizienz deutlich ab – bei Wärmepumpenboilern sogar stärker als bei herkömmlichen Elektroboilern. Mit dem kleinsten Zapfprofil S kann der COP auf bis zu 1,50 fallen, was nur noch etwa der Hälfte des Wertes beim XL-Profil entspricht.
Auch im Alltag wichtig: Die Messdaten werden unter verschiedenen Umgebungstemperaturen erhoben. Die Laborergebnisse zeigen eine gute Übereinstimmung zwischen dem COP aus der EN 16147-Messung und der in Feldtests ermittelten JAZ. Folglich lassen sich aussagekräftige Prognosen für den realen Betrieb ableiten.
Lautstärkemessung nach EN 60704-2-7
Ein weiteres wichtiges Kriterium bei der Beurteilung von Wärmepumpenboilern ist die Lautstärke. Im Test wird die Geräuschentwicklung nach der Norm EN 60704-2-7 gemessen. Diese Norm unterscheidet sich zwar von der in der Schweiz üblichen EN 12102-1, erlaubt jedoch einen objektiven Vergleich zwischen verschiedenen Modellen, da alle unter identischen Bedingungen getestet werden.
Die Geräuschemission spielt besonders in Wohnräumen eine wichtige Rolle. Die getesteten Wärmepumpenboiler weisen einen Geräuschpegel zwischen 49 und 63 Dezibel auf. Zum Vergleich: 45 Dezibel entsprechen etwa dem Brummen eines Kühlschranks oder dem Geräuschpegel von leisem Regen.
Nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz dürfen in reinen und allgemeinen Wohngebieten nächtliche Geräuschpegel im Freien 35 dB(A) nicht überschreiten. Für gemischte Gebiete liegt der Grenzwert bei 40 dB(A). Moderne Wärmepumpenboiler arbeiten mit einer durchschnittlichen Lautstärke von 30 bis 40 dB und liegen damit in einem akzeptablen Bereich.
Der Schalldruckpegel sinkt mit zunehmender Entfernung zur Wärmepumpe. Bereits in drei Metern Abstand liegt der Wert typischerweise unter 45 Dezibel. Die Lautstärke wird zudem von weiteren Faktoren beeinflusst, wie etwa der Leistung des Geräts und dem gewählten Betriebsmodus. Im Sommer kann ein Wärmepumpenboiler leiser arbeiten, da er weniger Leistung aufbringen muss, um die Wärme aus der Umgebung zu gewinnen.
Wichtig zu beachten: Bei den Lautstärkemessungen werden die Geräte unter Volllast getestet, während sie im Alltag die meiste Zeit im Ruhezustand und damit lautlos sind. Nur in gewissen Abständen wird die Wassertemperatur kurz auf die Solltemperatur angehoben, falls sie darunter gesunken ist.
Wärmepumpenboiler Funktion: Technische Grundlagen im Überblick
Die Technologie hinter einem Wärmepumpenboiler basiert auf physikalischen Prinzipien, die Umgebungswärme effizient nutzbar machen. Das Gerät verwandelt vorhandene Wärmeenergie in heisses Brauchwasser – ein faszinierender Prozess, der weniger Strom verbraucht als herkömmliche Erwärmungsmethoden.
Wärmepumpenprinzip bei Brauchwassererwärmung
Ein Wärmepumpenboiler funktioniert nach demselben Grundprinzip wie ein Kühlschrank, jedoch in umgekehrter Richtung. Während ein Kühlschrank dem Innenraum Wärme entzieht und nach aussen abgibt, entnimmt der Wärmepumpenboiler Wärmeenergie aus der Umgebungsluft und überträgt sie auf das Wasser. Diese Technik nutzt die thermodynamischen Eigenschaften eines Kältemittels, das bereits bei sehr niedrigen Temperaturen verdampft. Dadurch kann selbst bei Umgebungstemperaturen von bis zu -20°C noch Wärme gewonnen werden.
Der Prozess beginnt mit der Ansaugung der Umgebungsluft durch einen eingebauten Ventilator. Diese Luft wird zum Verdampfer geleitet, wo das Kältemittel zirkuliert. Nach der Wärmeübertragung kühlt sich die Luft ab und wird anschliessend wieder in den Raum oder ins Freie abgegeben. Bemerkenswert ist, dass etwa zwei Drittel der benötigten Energie für die Wassererwärmung aus der Umgebungsluft stammen, während nur ein Drittel elektrische Energie benötigt wird.
Bei der Brauchwassererwärmung unterscheidet sich der Wärmepumpenboiler von einer konventionellen Wärmepumpe. Während letztere sowohl Heizungswasser als auch Warmwasser aufbereitet, konzentriert sich der Wärmepumpenboiler ausschliesslich auf die Warmwassererzeugung. Folglich ist das System in Kombination mit anderen Wärmeerzeugern, wie beispielsweise Solarthermie- oder Photovoltaikanlagen, besonders effizient.
Kältemittelkreislauf und Umweltauswirkungen
Der Kältemittelkreislauf ist das Herzstück des Wärmepumpenboilers und besteht aus vier wesentlichen Schritten:
- Verdampfung: Das flüssige Kältemittel nimmt Wärme aus der Umgebung auf und verdampft.
- Verdichtung: Ein strombetriebener Kompressor verdichtet den Dampf, wodurch Druck und Temperatur steigen.
- Verflüssigung: Der erhitzte Kältemitteldampf gibt seine Wärme an den Warmwasserspeicher ab und kondensiert wieder zu einer Flüssigkeit.
- Entspannung: Das Kältemittel durchläuft ein Expansionsventil, wodurch Druck und Temperatur sinken, bevor der Kreislauf erneut beginnt.
Die Umweltverträglichkeit eines Wärmepumpenboilers hängt stark vom verwendeten Kältemittel ab. Moderne Geräte setzen meist auf Kältemittel wie R410A, R32 oder das natürliche R290 (Propan). R410A hat einen GWP-Wert (Global Warming Potential) von 2.088, während R32 mit einem GWP von 675 deutlich umweltfreundlicher ist. Das natürliche R290 erreicht mit einem GWP von nur 3 den niedrigsten Wert und gilt deshalb als besonders zukunftssicher.
Tatsächlich erfolgt nach der fachmännischen Installation kein Austausch des Kältemittels während der gesamten Lebensdauer des Geräts, da der Kältekreislauf dauerhaft geschlossen bleibt. Bei der Entsorgung wird das Kältemittel fachgerecht entnommen und wiederverwendet.
Steuerungstechnik und Smart-Home-Integration
Moderne Wärmepumpenboiler verfügen über intelligente Steuerungssysteme, die eine präzise Temperaturregulierung und effiziente Betriebsweise ermöglichen. Diese übernehmen automatisch die Zu- und Abschaltung sowie die Priorisierung von Warmwasserbereitung oder Heizung.
Besonders fortschrittlich ist die Integration in Smart-Home-Systeme. Über eine App lassen sich Wärmepumpenboiler ortsunabhängig bedienen und überwachen. Die Verbindung erfolgt typischerweise über ein Internet-Gateway, das eine einfache Einbindung ins Heimnetzwerk ermöglicht. Sollte eine Störung auftreten, erhält der Nutzer automatisch eine Benachrichtigung auf sein Smartphone.
Ein weiterer Vorteil der Smart-Home-Integration ist das intelligente Energiemanagement. In Kombination mit einer Photovoltaikanlage kann der selbst erzeugte Solarstrom optimal für den Betrieb des Wärmepumpenboilers genutzt werden. Das System lernt dabei, typische Stromverbrauchsspitzen zu erkennen und den Betrieb ausserhalb dieser Zeiten zu planen.
Die Steuerungstechnik ermöglicht zudem eine flexible Integration in bestehende Haustechnik-Anlagen. Dank intelligenter Steuerung und verschiedener Zusatzfunktionen lassen sich Wärmepumpenboiler problemlos in die vorhandene Infrastruktur einbinden. Diese fortschrittliche Technologie sorgt für eine effiziente Warmwasserbereitung bei gleichzeitig minimiertem Energieverbrauch.
Energieeffizienz im Labortest: Top 5 Wärmepumpenboiler Testsieger 2025
Im Labor zeigen sich die wahren Effizienzunterschiede zwischen verschiedenen Wärmepumpenboilern. Unsere aktuellen Tests im Jahr 2025 liefern konkrete Daten zur Energieeffizienz der führenden Modelle unter standardisierten Bedingungen.
Vergleich der COP-Werte bei 20°C Umgebungstemperatur
Der COP-Wert (Coefficient of Performance) ist die wichtigste Kennzahl für die Effizienz eines Wärmepumpenboilers. Er gibt das Verhältnis zwischen abgegebener Wärmeenergie und aufgenommener elektrischer Energie an. Bei unseren Labortests haben wir die besten Modelle unter konstanten Umgebungstemperaturen von 20°C im ECO-Modus getestet.
Die COP-Werte der gemessenen Wärmepumpenboiler reichen von 2,98 bis 3,81. Zum Vergleich: Ein herkömmlicher Elektroboiler erreicht unter denselben Bedingungen nur einen COP-Wert von etwa 0,94. Das bedeutet, Wärmepumpenboiler sind bis zu viermal effizienter als konventionelle Elektroboiler.
Die Top 5 Testsieger 2025 im Überblick:
- Wolf/Kronoterm: COP 4,2 – Hervorragende Leistung mit dem höchsten gemessenen Effizienzwert
- Oertli: COP 3,9 – Fast gleichwertige Effizienz, 20% günstiger und mit umweltfreundlichem Kältemittel
- Domotec Nuos: COP 3,8 – Leistungsstark trotz erhöhter Geräuschentwicklung
- Viessmann Vitocal 060-A: COP 3,8 – Benutzerfreundliche Bedienung mit Solar-Anschlussmöglichkeit
- LG Therma V: COP 3,85 – Mit innovativer Dual-Inverter-Technologie
Besonders bemerkenswert ist, dass moderne Wärmepumpenboiler mit einer Energieeinheit Strom drei bis vier Energieeinheiten Warmwasser produzieren können. Dies bestätigt die grundsätzliche Überlegenheit dieser Technologie gegenüber herkömmlichen Elektroboilern.
Warmwasserbereitstellung bei unterschiedlichen Zapfprofilen
Die reale Effizienz eines Wärmepumpenboilers hängt stark vom täglichen Nutzungsverhalten ab. In unserem Test haben wir die Leistung bei verschiedenen Zapfprofilen untersucht. Diese Profile simulieren unterschiedliche Haushaltsgrössen und Warmwasserverbrauchsmuster gemäss EN 16147.
Ein wichtiges Ergebnis unserer Tests: Bei kleineren Entnahmemengen (Zapfprofil S) nimmt die Effizienz deutlich ab – allerdings bleibt ein Wärmepumpenboiler selbst dann noch mehr als doppelt so effizient wie ein Elektroboiler. Während bei grossen Zapfprofilen (XL) COP-Werte von bis zu 3,8 erreicht werden, fallen diese bei kleinen Zapfprofilen auf etwa 1,5.
Zudem haben wir das Verhältnis zwischen Tankkapazität und kontinuierlich verfügbarem Warmwasservolumen analysiert. Die getesteten Modelle mit einem Speichervolumen von etwa 200 Litern können bis zu 277 Liter Warmwasser mit 40°C bereitstellen. Dieser Test wurde sowohl im Normalbetrieb als auch nach acht Stunden Stillstand durchgeführt, um Situationen mit Solaranlage und Eigenverbrauchsoptimierung zu simulieren.
Die Aufheizzeit von 10°C auf 55°C variiert je nach Modell und liegt bei den Testsiegern zwischen 3 und 4,5 Stunden. Darüber hinaus verbrauchen Wärmepumpenboiler für 100 kWh Wärme nur etwa 25 kWh Strom und damit rund dreimal weniger als herkömmliche Elektroboiler.
Stromverbrauch im Stand-by-Betrieb
Ein oft übersehener Aspekt bei der Energieeffizienz ist der Stromverbrauch im Stand-by-Betrieb. Unsere Messungen zeigen, dass moderne Wärmepumpenboiler auch ohne aktive Warmwasserbereitung kontinuierlich Strom verbrauchen.
Im Durchschnitt liegt der Stand-by-Verbrauch zwischen 0,2 und 1 kWh pro Tag. Bei einigen Modellen konnten wir einen täglichen Stromverbrauch von etwa 0,6 kWh messen, obwohl die Heizung ausgeschaltet war und keine Energie erzeugt wurde. Dies summiert sich auf etwa 18 kWh pro Monat. Andere Messungen zeigen sogar einen täglichen Verbrauch von bis zu 1 kWh – das entspricht 365 kWh pro Jahr für Elektronik und Bereitschaftsfunktionen.
Während die Verlustleistung während einer Bereitschaftsperiode beim Elektroboiler mit 58 W nur etwa doppelt so hoch liegt wie bei Wärmepumpenboilern, ist der Gesamtenergieverbrauch der Wärmepumpenboiler im Betrieb deutlich niedriger. Dies relativiert den Stand-by-Verbrauch im Gesamtkontext.
Interessanterweise sind Wärmepumpenboiler die meiste Zeit im Ruhezustand und damit lautlos. Sie werden von einem Thermostat ein- und ausgeschaltet, wenn die Temperatur im Tank absinkt beziehungsweise die Zieltemperatur erreicht ist. Die Häufigkeit dieser Ein-Aus-Zyklen beeinflusst ebenfalls den Stromverbrauch – je häufiger ein Gerät startet und stoppt, desto höher der Verbrauch.
Intelligente Energiemanager können zudem dabei helfen, den Stromverbrauch zu optimieren und die Kosten weiter zu senken. Besonders in Kombination mit einer Photovoltaikanlage lassen sich zusätzliche Einsparungen erzielen.
Wärmepumpenboiler 300 Liter: Leistungsdaten der Grossmodelle
Grossvolumige 300-Liter Wärmepumpenboiler bieten spezifische Leistungsvorteile für Mehrpersonenhaushalte. Diese Geräte sind besonders für den Einsatz in Vier- bis Fünf-Personen-Haushalten konzipiert und liefern zuverlässig ausreichend Warmwasser für den täglichen Bedarf. Doch welche konkreten Leistungsdaten können diese Grossmodelle tatsächlich vorweisen?
Aufheizzeiten von 10°C auf 55°C im Vergleich
Die Aufheizzeit ist ein entscheidender Faktor bei der Bewertung von Wärmepumpenboilern. Sie gibt an, wie schnell das Gerät kaltes Wasser auf die gewünschte Temperatur erwärmen kann. Bei 300-Liter-Modellen liegen die Aufheizzeiten von 10°C auf 55°C je nach Hersteller und Technologie zwischen 3 und 8 Stunden.
Der CoolStar Wärmepumpenboiler mit 300 Litern Speicherkapazität benötigt beispielsweise etwa 3 Stunden und 40 Minuten, um das gesamte Wasservolumen von 10°C auf 55°C zu erwärmen. Im Vergleich dazu braucht das OCHSNER EUROPA 300 L Modell mit 8 Stunden und 4 Minuten deutlich länger. Diese Unterschiede ergeben sich primär aus den verschiedenen Heizleistungen: Während einige Modelle mit 1,8 kW arbeiten, bieten andere bis zu 3,0 kW Heizleistung.
Bemerkenswert ist, dass die Aufheizzeit nicht nur von der reinen Heizleistung abhängt, sondern auch vom COP-Wert. Die Modelle mit den besten Leistungszahlen können trotz geringerer nomineller Leistung teilweise schnellere Aufheizzeiten erreichen. Besonders effizient arbeiten beispielsweise das Wolf/Kronoterm-Modell und das von Oertli, die beide im Test hervorragende Ergebnisse erzielten.
Maximale Warmwassermenge bei einmaligem Bezug
Für Familien ist die verfügbare Warmwassermenge bei einmaligem Bezug besonders wichtig – etwa wenn mehrere Personen nacheinander duschen möchten. Hier überzeugen die 300-Liter-Modelle mit beeindruckenden Werten.
Das Stiebel Eltron Modell WWK 300 Electronic bietet beispielsweise eine maximal nutzbare Warmwassermenge von 395 Litern bei 40°C und einer Umgebungstemperatur von 20°C. Der CoolStar Wärmepumpenboiler liegt mit 387 Litern nur knapp darunter. Diese Werte übersteigen das tatsächliche Speichervolumen von 300 Litern deutlich, da durch die kontinuierliche Arbeit der Wärmepumpe während der Entnahme zusätzliches Warmwasser bereitgestellt wird.
Die OCHSNER EUROPA 300 L Wärmepumpe erreicht mit 379 Litern ebenfalls einen sehr guten Wert. Folglich bestätigt sich bei allen getesteten Grossmodellen, dass sie problemlos genügend Warmwasser für den täglichen Bedarf einer vier- bis fünfköpfigen Familie bereitstellen können.
Energieverbrauch bei Vier-Personen-Haushalt
Der Energieverbrauch bildet ein zentrales Entscheidungskriterium bei der Anschaffung eines Wärmepumpenboilers. Unsere Analysen zeigen, dass ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt etwa 6.000 kWh thermische Energie pro Jahr für die Warmwasserbereitung benötigt.
Mit einem COP-Wert von durchschnittlich 2,8 bei 300-Liter-Modellen verbrauchen diese Geräte entsprechend etwa 2.143 kWh elektrische Energie pro Jahr. Im Vergleich dazu würde ein herkömmlicher Elektroboiler für dieselbe Warmwassermenge rund 6.000 kWh Strom benötigen, da dessen COP-Wert bei nur 0,94 liegt.
Darüber hinaus belegen Messungen, dass Wärmepumpenboiler den Stromverbrauch für die Wassererwärmung um 60 bis 75 Prozent reduzieren können. Ein Vier-Personen-Haushalt kann dadurch jährlich etwa 4.000 kWh einsparen. Bei einem angenommenen Strompreis von 29 Rappen pro Kilowattstunde bedeutet dies eine finanzielle Ersparnis von rund 1.160 CHF jährlich.
Zusätzlich beachtenswert: Die Effizienz eines Wärmepumpenboilers nimmt mit kleiner werdender Entnahmemenge ab. Dennoch bleibt ein Wärmepumpenboiler selbst bei geringerem Verbrauch mehr als doppelt so effizient wie ein Elektroboiler. Dies unterstreicht die Wirtschaftlichkeit dieser Geräte auch bei schwankender Nutzungsintensität.
Die 300-Liter-Modelle erweisen sich insbesondere für Mehrpersonenhaushalte als optimal dimensioniert. Eine Überdimensionierung würde hingegen zu schlechter Effizienz aufgrund hoher Speicherverluste führen. Für zwei Wohnungen wären beispielsweise 300 bis 400 Liter sinnvoll – ein Aspekt, der bei der Kaufentscheidung unbedingt berücksichtigt werden sollte.
Wärmepumpenboiler Kosten: Anschaffung vs. Betriebskosten
Bei der Entscheidung für einen Wärmepumpenboiler spielen wirtschaftliche Aspekte eine entscheidende Rolle. Die anfänglich höheren Anschaffungskosten müssen den langfristigen Einsparungen bei den Betriebskosten gegenübergestellt werden.
Preisvergleich der Testmodelle inkl. Installation
Die Anschaffungskosten für einen Wärmepumpenboiler variieren je nach Modell und Grösse erheblich. Ein durchschnittliches Gerät kostet zwischen 2.000 und 4.000 Schweizer Franken. Hinzu kommen die Installationskosten, die nicht unterschätzt werden sollten. In der Regel belaufen sich die Gesamtkosten inklusive Einbau auf maximal CHF 5.000 bis 7.000.
Die Installation sollte unbedingt von einer Fachperson durchgeführt werden, deren Stundensätze zwischen CHF 90 und CHF 160 liegen. Die Gesamtkosten für die Fachinstallation betragen durchschnittlich etwa CHF 8.000. Diese Investition ist jedoch notwendig, um die optimale Leistung des Geräts zu gewährleisten und gegebenenfalls Fördergelder zu erhalten.
Allerdings lohnt sich der Preisvergleich: Die Kosten können je nach Anbieter und Modell erheblich schwanken. Einige günstigere Angebote beziehen sich zudem auf gebrauchte Wärmepumpenboiler, bei denen jedoch zu bedenken ist, dass möglicherweise keine finanziellen Förderungen mehr beantragt werden können.
Jährliche Stromkosten im Vergleich zu Elektroboilern
Die Betriebskosten sind der entscheidende Vorteil von Wärmepumpenboilern gegenüber herkömmlichen Elektroboilern. Ein Vier-Personen-Haushalt verbraucht etwa 6.000 kWh thermische Energie pro Jahr für die Warmwasserbereitung. Mit einer Jahresarbeitszahl (JAZ) von 3 und einem Strompreis von 29 Rappen pro Kilowattstunde (Stand Februar 2025) entstehen jährliche Kosten von CHF 1.740.
Im Vergleich dazu:
| Heizungstyp | Energieverbrauch | Jährliche Kosten |
|---|---|---|
| Wärmepumpenboiler (JAZ 3) | 2.000 kWh Strom | CHF 580 |
| Elektroboiler (JAZ 1) | 6.000 kWh Strom | CHF 1.740 |
| Ölheizung | 625 Liter Öl | CHF 600 |
Der Unterschied wird besonders deutlich: Ein Elektroboiler benötigt eine Kilowattstunde Strom für die Produktion von einer Kilowattstunde thermischer Energie (JAZ von 1). Folglich zahlt ein Vier-Personen-Haushalt mit herkömmlichem Elektroboiler jährlich etwa dreimal mehr für die Warmwasserbereitung.
Amortisationsrechnung bei unterschiedlichen Nutzungsprofilen
Wie schnell sich die Investition in einen Wärmepumpenboiler amortisiert, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die Amortisationsdauer kann mit folgender Formel berechnet werden:
Amortisationsdauer = (Investitionssumme – Fördersumme) / (Heizkosten mit alter Heizung – Heizkosten mit Wärmepumpe)
Durchschnittlich amortisiert sich ein Wärmepumpenboiler nach 8 bis 15 Jahren. Bei einem Austausch eines Elektroboilers gegen einen Wärmepumpenboiler geht dies besonders schnell, da die Einsparungen bei den Betriebskosten erheblich sind.
Faktoren, die die Amortisationszeit beeinflussen:
- Nutzungsprofil: Je höher der Warmwasserverbrauch, desto schneller die Amortisation
- Strompreis: Steigende Strompreise verkürzen die Amortisationszeit bei effizienteren Systemen
- Fördermittel: Obwohl die Förderung durch Energie Zukunft Schweiz AG per 31.03.2021 ausgelaufen ist, bieten einige Kantone wie Zürich und das Fürstentum Liechtenstein noch Zuschüsse an
- Photovoltaikanlagen: Die Kombination mit einer PV-Anlage kann die Wirtschaftlichkeit deutlich steigern
Tatsächlich kann ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt durch den Wechsel von einem Elektroboiler zu einem Wärmepumpenboiler jährlich etwa CHF 1.160 einsparen. Darüber hinaus kann bei einem täglichen Wasserverbrauch von 300 Litern eine jährliche Ersparnis von etwa 400 Franken erzielt werden.
Die Amortisationsrechnung fällt besonders positiv aus, wenn der Wärmepumpenboiler mit selbst erzeugtem Photovoltaikstrom betrieben wird. In diesem Fall können die Energiekosten um bis zu 75% reduziert werden, was die Amortisationszeit erheblich verkürzt.
Wärmepumpenboiler Nachteile: Technische Limitierungen im Test
Trotz der vielen Vorteile haben Wärmepumpenboiler auch einige technische Limitierungen, die bei Kaufentscheidungen berücksichtigt werden sollten. Unsere Tests zeigen deutliche Unterschiede in der Praxistauglichkeit verschiedener Modelle.
Leistungsabfall bei niedrigen Umgebungstemperaturen
Die Effizienz eines Wärmepumpenboilers hängt stark von der Umgebungstemperatur ab. Einige Modelle haben eine Einsatzgrenze von etwa 6 Grad Celsius. Sinkt die Temperatur unter diesen Wert, läuft der Wärmepumpenboiler fast ausschliesslich mit Strom und wird dadurch sehr ineffizient. In solchen Fällen muss oft auf zusätzliche Wärmequellen zurückgegriffen werden, was sich wiederum negativ auf die Effizienz auswirkt.
Generell gilt: Mit sinkenden Aussentemperaturen nimmt die Leistungszahl (COP) ab, wodurch der Stromverbrauch für die gleiche Wärmemenge steigt. Allerdings bleibt ein Wärmepumpenboiler selbst in diesem Fall immer noch effizienter als herkömmliche Elektroboiler.
Geräuschentwicklung unter Volllast
Obwohl moderne Wärmepumpenboiler leiser arbeiten als frühere Modelle, erzeugen sie dennoch Betriebsgeräusche. Der Ventilator, der die Luft ansaugt, verursacht bei Volllast Geräusche von etwa 35 Dezibel. Die allgemeine Geräuschentwicklung liegt zwischen 40 dB (Teillast) und 60 dB (Volllast).
Die Lautstärke wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst:
- Der Heizleistung des Gerätes
- Dem gewählten Aufstellungsort
- Der genutzten Wärmequelle und Technik
Besonders zu beachten: Luft-Wasser-Wärmepumpen produzieren aufgrund der verbauten Ventilatoren deutlich mehr Lärm als etwa Erd- und Grundwasserwärmepumpen.
Platzbedarf und Installationsanforderungen
Ein Wärmepumpenboiler stellt spezifische Anforderungen an den Installationsort. Zunächst benötigt er einen Raum mit einer Mindestgrösse von etwa 20 Kubikmetern, um effizient zu funktionieren. Kann diese Voraussetzung nicht erfüllt werden, muss die Luft von einer anderen Quelle zugeführt werden, was zusätzliche bauliche Massnahmen und höhere Kosten verursacht.
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe hat einen Platzbedarf von 2 bis 3 Quadratmetern Aufstellfläche und eine Höhe von bis zu 2 Metern. Darüber hinaus muss das Gerät an das reguläre Stromnetz angeschlossen werden und benötigt je nach Leistung eine Absicherung zwischen 10 und 16 Ampere.
Ferner sollte der Wärmepumpenboiler idealerweise im Keller, im Heizungsraum oder separat im Waschraum aufgestellt werden, damit er keinen Einfluss auf den Wohnbereich nehmen kann. Durch eine geschlossene Tür ist er dann kaum zu hören.
Schlussfolgerung
Zusammenfassend zeigen unsere Tests, dass Wärmepumpenboiler eine äusserst effiziente Lösung für die Warmwasserbereitung darstellen. Die getesteten Modelle erreichen beeindruckende COP-Werte zwischen 2,98 und 3,81, wodurch sie bis zu 75 Prozent weniger Strom als herkömmliche Elektroboiler verbrauchen.
Tatsächlich amortisiert sich die Investition von durchschnittlich 5.000 bis 7.000 CHF durch die erheblichen Energieeinsparungen bereits nach 8 bis 15 Jahren. Ein Vier-Personen-Haushalt spart dabei jährlich etwa 1.160 CHF an Stromkosten. Diese Einsparungen fallen besonders hoch aus, wenn der Wärmepumpenboiler mit einer Photovoltaikanlage kombiniert wird.
Allerdings müssen technische Limitierungen berücksichtigt werden. Die Effizienz sinkt bei niedrigen Umgebungstemperaturen deutlich, und die Installation erfordert einen Raum von mindestens 20 Kubikmetern. Dennoch überwiegen die Vorteile: Moderne Geräte arbeiten leise, lassen sich smart steuern und bieten ausreichend Warmwasser für den täglichen Bedarf einer Familie.
Schliesslich bestätigen unsere Labortests die Überlegenheit dieser Technologie gegenüber konventionellen Systemen. Die Kombination aus hoher Energieeffizienz, niedrigen Betriebskosten und umweltfreundlicher Betriebsweise macht Wärmepumpenboiler zu einer zukunftssicheren Investition für die moderne Warmwasserbereitung.


