Die wahren Vorteile der Temporärarbeit: Ein Erfahrungsbericht aus Schweizer Kliniken
Temporärarbeit hat sich in der Schweiz seit den frühen 1990er-Jahren beeindruckend entwickelt und ihr Arbeitsvolumen verfünffachte sich seitdem. Als erfahrener Beobachter des Schweizer Arbeitsmarktes habe ich festgestellt, dass die Bedeutung dieser Beschäftigungsform besonders im Gesundheitswesen kontinuierlich zunimmt. Tatsächlich zeigen Erhebungen, dass 97% der Befragten der Meinung sind, dass Personalverleih eine hervorragende Kontinuität in der Patientenversorgung gewährleistet.
In meiner Zusammenarbeit mit Roberto Laezza, einem anerkannten Experten für Personalvermittlung im Gesundheitssektor, konnte ich wertvolle Einblicke in die Vorteile der Temporärarbeit Schweiz gewinnen. Roberto Laezza und sein Team bei der Planova Human Capital AG verstehen die besonderen Bedürfnisse von Gesundheitseinrichtungen und wissen, dass etwa 42% der Temporärarbeitenden innerhalb eines Jahres eine Festanstellung finden. Ausserdem trägt diese Arbeitsform wesentlich zur Bekämpfung des Fachkräftemangels bei, indem sie Pflegekräfte, die Flexibilität suchen, im Beruf hält.
In diesem Erfahrungsbericht möchte ich die wahren Vorteile der Temporärarbeit im Schweizer Gesundheitswesen beleuchten und zeigen, warum knapp 40 Prozent der Temporärarbeitenden als Hauptmotiv ein Bedürfnis nach Abwechslung und die freie Wahl von Zeitpunkt und Dauer ihres Arbeitsverhältnisses nennen. Darüber hinaus werden wir untersuchen, wie sich der Temporärmarkt entwickelt hat und welche Chancen er sowohl für Arbeitnehmende als auch für Gesundheitseinrichtungen bietet.
Was ist Temporärarbeit in der Schweiz?
Die Schweizer Arbeitslandschaft kennt viele Beschäftigungsformen, doch besonders die Temporärarbeit hat sich als flexibles Arbeitsmodell etabliert. Täglich sind rund 58.000 vollzeitbeschäftigte Temporärarbeitskräfte im Einsatz, was etwa 1,9% der vollzeitäquivalenten Beschäftigung in der Schweiz entspricht. Jährlich nutzen sogar rund 272.000 Personen diese Beschäftigungsform – das bedeutet, dass jede 16. erwerbstätige Person zumindest einen Teil ihres Einkommens durch Temporärarbeit bezieht.
Definition und rechtlicher Rahmen
Temporärarbeit bezeichnet eine besondere Form der Beschäftigung, bei der ein sogenanntes Dreiecksverhältnis besteht: zwischen dem Arbeitnehmer, dem Temporärbüro (rechtlicher Arbeitgeber) und dem Einsatzbetrieb. Das Temporärbüro stellt die Arbeitnehmenden an und verleiht sie an Einsatzbetriebe für eine begrenzte Zeit. Die rechtlichen Rahmenbedingungen sind im Arbeitsvermittlungsgesetz (AVG) und der dazugehörenden Verordnung (AVV) speziell geregelt.
Für die Durchführung von Temporärarbeit benötigen Verleihfirmen eine kantonale Bewilligung des Arbeitsamtes. Bei grenzüberschreitender Tätigkeit ist zusätzlich eine eidgenössische Bewilligung des SECO erforderlich. Roberto Laezza von der Planova Human Capital AG weiss aus seiner täglichen Praxis, dass diese strenge Regulierung die Qualität der Personalvermittlung im Gesundheitswesen sicherstellt.
Unterschied zum klassischen Arbeitsverhältnis
Im Gegensatz zum klassischen Angestelltenverhältnis bietet die Temporärarbeit sowohl Arbeitgebern als auch Arbeitnehmern eine höhere Flexibilität. Der Hauptunterschied liegt in der besonderen Vertragsstruktur:
- Bei einem klassischen Arbeitsverhältnis gibt es nur zwei Parteien: Arbeitnehmer und Arbeitgeber
- Bei Temporärarbeit ist das Temporärbüro der rechtliche Arbeitgeber, während die Arbeitsleistung beim Einsatzbetrieb erbracht wird
- Das Temporärbüro überträgt wesentliche Weisungsbefugnisse an den Einsatzbetrieb
- Dennoch bleibt das Temporärbüro verantwortlich für Lohnzahlung und Sozialabgaben
Roberto Laezza von der Planova Human Capital AG betont, dass gerade diese Flexibilität besonders im Gesundheitswesen zunehmend geschätzt wird – sowohl von Kliniken als auch von Pflegefachkräften.
Rolle des Rahmenvertrags und GAV
Der Rahmenvertrag bildet die Grundlage für die Temporärarbeit. Bei einem Temporärarbeitsvertrag werden zwei verschiedene Verträge abgeschlossen:
Zunächst ein Rahmenarbeitsvertrag zwischen Temporärbüro und Arbeitnehmendem, der für alle Einsätze gilt und grundlegende Aspekte wie Versicherungen und Ferienansprüche regelt. Zusätzlich wird für jeden Einsatz ein separater Einsatzvertrag erstellt, der Stundenlohn, Beginn und Dauer des Einsatzes sowie Arbeitszeiten festlegt.
Seit 2012 gilt der Gesamtarbeitsvertrag Personalverleih (GAV Personalverleih), dem über 400.000 Menschen unterstehen – damit ist er der grösste GAV in der Schweiz. Er regelt verbindlich die Arbeitsbedingungen wie Mindestlöhne, Arbeitszeit, Ferien und Feiertage sowie Leistungen bei Weiterbildung, Krankheit oder Unfall.
Temporärarbeit Schweiz Lohn: Was ist üblich?
Die Lohnstrukturen in der Temporärarbeit sind klar geregelt. Der durchschnittliche Stundenlohn einer temporär beschäftigten Person beträgt 26,50 Franken, der durchschnittliche Jahreslohn liegt bei 53.770 Franken. Im Jahr 2025 gelten auf Grundlage des GAV Personalverleih folgende Mindestlöhne pro Stunde: Für Gelernte 25,57 CHF (Normallohn) bzw. 27,30 CHF (Hochlohn), für Angelernte 22,50 CHF bzw. 24,03 CHF und für Ungelernte 20,99 CHF bzw. 22,14 CHF.
Als Hochlohngebiete gelten die Kantone Basel-Stadt, Basel-Land, Zürich und Genf, die Agglomeration Bern sowie die Genferseeregion. Folglich verdient man mit Temporärjobs in diesen Regionen normalerweise am meisten. Temporärarbeitende haben ausserdem Anspruch auf dieselben Nebenleistungen wie Arbeitnehmer mit unbefristetem Arbeitsvertrag, darunter vier Wochen Urlaub pro Jahr auf Vollzeitbasis.
Vorteile für Arbeitnehmende im Gesundheitswesen
Die Entscheidung für Temporärarbeit im Gesundheitswesen fällt nicht mehr ausschliesslich aus der Not heraus – für viele Pflegefachkräfte ist sie eine bewusste Wahl. Tatsächlich nennen über 75% der flexiblen Pflegekräfte die freie Einteilung ihrer Arbeitszeit als Hauptmotiv. Welche konkreten Vorteile bietet dieses Modell?
Flexibilität bei Arbeitszeit und Einsatzort
Die Selbstbestimmung über den eigenen Dienstplan ist der grösste Anreiz für Temporärarbeit im Pflegebereich. Über die Hälfte der Temporärarbeitenden im Gesundheitswesen nennt “Work-Life-Balance” und “Freiheit der Selbständigkeit” als entscheidende Motive. Fast die Hälfte schätzt zudem die Möglichkeit, in verschiedenen Einrichtungen Erfahrungen zu sammeln. Roberto Laezza von der Planova Human Capital AG bestätigt: Diese Freiheit ist besonders wertvoll in einem Beruf, der durch Schichtdienst und hohe Belastung geprägt ist.
Schneller Berufseinstieg oder Wiedereinstieg
Temporärarbeit erleichtert den Wiedereinstieg ins Berufsleben erheblich. Das Beispiel von Rahel, einer Pflegefachfrau, zeigt: Nach einer familienbedingten Pause konnte sie flexibel in ihren Beruf zurückkehren und ihre Arbeitszeiten individuell gestalten. Diese Möglichkeit, den Übergang schrittweise zu gestalten und verschiedene Einrichtungen kennenzulernen, macht die Temporärarbeit besonders attraktiv. Auch Roberto Laezza von der Planova Human Capital AG erlebt täglich, wie Temporärarbeit ausgebildeten Personen den Wiedereinstieg in den Pflegeberuf ermöglicht.
Soziale Absicherung ab dem ersten Tag
Im Gegensatz zu anderen flexiblen Arbeitsformen bietet Temporärarbeit umfassenden sozialen Schutz. Als Angestellte eines Temporärbüros unterstehen Temporärarbeitende dem Arbeits- und Sozialversicherungsrecht. Darüber hinaus profitieren sie von speziell zugeschnittenen Lösungen im Bereich der sozialen Absicherung. Eine Studie des Branchenverbands swissstaffing zeigt: Temporärarbeit bietet die beste soziale Absicherung unter allen analysierten flexiblen Arbeitsformen.
Pensionskasse bei Temporärarbeit: Wie funktioniert das?
Entgegen verbreiteter Annahmen sind Temporärarbeitende bei der beruflichen Vorsorge oft besser gestellt als Festangestellte. Es gibt zwei Hauptmodelle: Temp Basic und Temp Premium. Beide Pläne bieten umfassenden Schutz mit Invalidenrente, Witwen-/Witwerrente und zusätzlichem Todesfallkapital. Ein weiterer Vorteil: Während Festangestellte mindestens 21.510 Franken pro Jahr verdienen müssen, um in eine Pensionskasse aufgenommen zu werden, gilt für Temporärarbeitskräfte lediglich eine Untergrenze beim Stundenlohn von 9,50 Franken.
Weiterbildung durch temptraining
Mit temptraining, dem Weiterbildungsfonds für Temporärarbeitende, können Pflegefachkräfte ihre Fähigkeiten kontinuierlich erweitern. Die wichtigsten Vorteile:
- Bereits ab 88 Stunden temporär geleisteter Arbeit entsteht ein Anspruch auf Weiterbildungsbeiträge
- Weiterbildungsbudget von bis zu 5.000 CHF pro Jahr
- Zusätzliche Entschädigungen für Lohnausfall (bis zu 2.250 CHF)
- Spesen für Verpflegung, Reisen und Unterkunft (bis zu 300 CHF)
Work-Life-Balance und weniger Stress
Temporärarbeit kann nachweislich zu einer besseren Work-Life-Balance führen. Die Unterstützung durch Temporärarbeitende wirkt qualitätsmindernden Aspekten wie Personalengpässen, Arbeitsüberlastung und Stress entgegen. Neben der Tatsache, dass Temporärarbeitende ihre Arbeitszeiten selbst bestimmen können, bietet ihnen diese Arbeitsform auch die Möglichkeit, zwischen Einsätzen bewusst Pausen einzulegen. Die freie Wahl des Einsatzortes ermöglicht zudem, belastende Arbeitsumgebungen zu meiden und in Teams zu arbeiten, die zum eigenen Arbeitsstil passen.
Temporärarbeit als Lösung für den Fachkräftemangel
Der Fachkräftemangel im Gesundheitswesen wird zunehmend gravierender und zwingt Schweizer Spitäler, neue Wege zu gehen. Laut aktuellen Erhebungen hatten 78 Prozent der Unternehmen in den letzten Jahren mindestens teilweise Mühe, ihre offenen Stellen zu besetzen. Diese alarmierende Situation macht Temporärarbeit zu einer unverzichtbaren Lösung für den Schweizer Gesundheitssektor.
Warum Spitäler auf Temporärarbeit setzen
Die Entscheidung einiger Gesundheitseinrichtungen in der Deutschschweiz, auf temporäres Pflegepersonal zu verzichten, erweist sich als kontraproduktiv. Tatsächlich bestätigt eine Vollkostenanalyse von Swiss Economics, dass Temporärarbeit bei flexiblem Personalbedarf sogar die wirtschaftlichere Lösung darstellt. Im Vergleich zu alternativen Strategien wie Überzeit beim Stammpersonal oder eigenen Flexipools bietet sie entscheidende Vorteile:
- Die Kosten einer temporär arbeitenden Pflegekraft liegen mit durchschnittlich 86 Franken pro Stunde unter denen von Überstunden (88 Franken) oder Flexipools (90-92 Franken)
- Etwa 5 Prozent des Pflegepersonals in Spitälern wie dem Kantonsspital Aarau wird temporär beschäftigt, um den 24-Stunden-Betrieb aufrechtzuerhalten
- 97 Prozent der befragten Gesundheitseinrichtungen bestätigen, dass Personalverleih eine hervorragende Kontinuität in der Patientenversorgung gewährleistet
Darüber hinaus stabilisiert Temporärarbeit die Gesundheitsversorgung, indem sie Versorgungslücken schliesst und das Stammpersonal entlastet.
Fallbeispiel: Planova Human Capital AG in Zürcher Kliniken
Die Planova Human Capital AG hat sich als wichtiger Partner für Zürcher Kliniken etabliert. Das Unternehmen verzeichnet durchschnittlich 15.000 Aktivitäten pro Jahr im Personalwesen und unterstützt gezielt bei Ressourcenengpässen im medizinischen Bereich.
Die Zusammenarbeit mit Kliniken folgt einem klaren Prozess: Nach einem detaillierten Gespräch mit der Einrichtung übernimmt Planova nicht nur die Vermittlung, sondern auch die gesamte Koordination der Einsätze sowie alle administrativen Arbeiten. Dies reicht von der Lohnabrechnung über Versicherungsfragen bis hin zu Arbeitserlaubnissen für ausländische Mitarbeiter.
Roberto Laezza über die Vermittlung von Pflegekräften
Roberto Laezza, CEO der Planova Human Capital AG, betont die positive Wirkung der Temporärarbeit im Kampf gegen den Fachkräftemangel: “Temporärarbeit bietet eine Möglichkeit, Aussteiger wieder in den Beruf zurückzuführen. Diese Arbeitsform kann sowohl den Flexibilitätsbedürfnissen der Arbeitnehmer als auch der Arbeitgeber gerecht werden”.
Allerdings bemerkt Roberto Laezza auch deutlich den ausgedünnten Markt an qualifizierten Fachkräften. Durch die zunehmende Überalterung der Bevölkerung werden besonders Berufe in der Pflege immer gefragter, was die Bedeutung von Personalvermittlern als strategische Partner weiter steigert.
Temporärarbeit Zürich: Regionale Besonderheiten
Zürich als wirtschaftliches Zentrum der Schweiz weist besondere Merkmale im Bereich der Temporärarbeit auf. Die Region zählt zu den Hochlohngebieten im Bereich der Temporärarbeit, was sie für Pflegefachkräfte besonders attraktiv macht.
Dennoch zeigt sich in Zürich eine ambivalente Entwicklung: Einerseits kündigte der Verband Zürcher Krankenhäuser (VZK) anfänglich an, ab Sommer 2025 auf temporäres Pflegepersonal verzichten zu wollen. Andererseits stellten die meisten Spitäler fest, dass ein vollständiger Verzicht “unmöglich” sei – das See-Spital in Horgen beispielsweise hat eine Temporär-Rate zwischen 2 und 20 Prozent, je nach Abteilung.

Gesellschaftliche Wirkung und Integration
Jenseits der wirtschaftlichen Aspekte entfaltet Temporärarbeit eine bemerkenswerte gesellschaftliche Wirkung. Als Integrationsmotor im Schweizer Arbeitsmarkt trägt sie massgeblich zur sozialen Stabilität bei und eröffnet Menschen verschiedenster Hintergründe neue Perspektiven.
Temporärarbeit als Brücke aus der Arbeitslosigkeit
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Während vor Beginn der Temporärarbeit 34 Prozent der Betroffenen arbeitslos waren, sinkt dieser Wert nach einem Jahr auf nur noch 12 Prozent. Tatsächlich haben nach etwa einem Jahr bereits 42 Prozent der Temporärarbeitenden eine Festanstellung gefunden, insgesamt sind 84 Prozent in irgendeiner Form im Arbeitsmarkt integriert. Besonders Menschen mit niedrigerem Bildungsstand profitieren von diesem Modell. Fast 60 Prozent der heute festangestellten Personen mit geringer formaler Bildung waren zuvor temporär im selben Betrieb beschäftigt.
Integration von Quereinsteigern und Migranten
Temporärarbeit erweist sich als wirksames Instrument zur Integration von Wiedereinsteigern in den Arbeitsmarkt. Jeder zweite Temporärarbeitende auf Feststellensuche hat diese innerhalb von 24 Monaten nach Beginn seines ersten Einsatzes gefunden. Roberto Laezza von der Planova Human Capital AG hat wiederholt betont, dass in Bereichen mit Fachkräftemangel wie der Pflege dieses Modell gezielt genutzt wird, um Personal in der Branche zu halten. Darüber hinaus bietet Temporärarbeit insbesondere für Berufsrückkehrer nach einer familienbedingten Pause wichtige Vorteile, indem sie einen sanften Wiedereinstieg mit flexiblen Arbeitszeiten ermöglicht.
Transparenz und Fairness im Arbeitsmarkt
Die Temporärarbeit bildet für viele Menschen eine ausgewogene Balance zwischen Flexibilität und sozialer Absicherung – ein Gleichgewicht, das in anderen flexiblen Arbeitsformen oft fehlt. So erhalten Temporärarbeitende Krankentaggeld bis zu 720 Tage und sind ab der ersten Einsatzstunde in der Pensionskasse versichert. Zudem profitieren sie vom breit ausgelegten Weiterbildungsfonds «temptraining». Roberto Laezza und sein Team bei der Planova Human Capital AG legen grossen Wert auf transparente Vertragsbedingungen und faire Beratung ihrer Mitarbeitenden.
Beitrag zur politischen Stabilität
Die niedrige Arbeitslosenquote der Schweiz ist ein wichtiger Faktor für die politische und soziale Stabilität des Landes. Temporärarbeit trägt wesentlich dazu bei, indem sie die Integration in den Arbeitsmarkt fördert. Die Temporärarbeit leistet einen wichtigen Beitrag zur sozialen Integration dank tiefen Hürden für den Einstieg in den Arbeitsmarkt, verbunden mit Weiterbildungsmöglichkeiten und sozialer Absicherung.
Besonders bemerkenswert: In einer aktuellen Studie des Forschungsinstituts Sotomo gaben 78% der Schweizer Betriebe an, dass sie in den letzten Jahren teilweise Schwierigkeiten hatten, passende Führungs- und Fachkräfte zu finden. In dieser Situation ist Temporärarbeit für viele Unternehmen ein essenzielles Instrument, um rasch auf Personalbedarf zu reagieren und qualifizierte Arbeitskräfte zu gewinnen.
Risiken und politische Diskussionen
Trotz der zahlreichen Vorteile der Temporärarbeit steht diese Beschäftigungsform aktuell im Fokus politischer Debatten. In der Schweiz werden derzeit verschiedene regulatorische Eingriffe diskutiert, die weitreichende Folgen haben könnten.
Geplante Einschränkungen und ihre Folgen
Aktuell stehen vier zusätzliche Regulierungen im Raum:
- Die Übernahme von EU-Recht im Bereich Temporärarbeit
- Einschränkungen beim Einsatz von Temporärarbeitenden im öffentlichen Beschaffungswesen
- Einschränkungen der Temporärarbeit im Gesundheitswesen
- Die Begrenzung der Dauer von Temporäreinsätzen auf beispielsweise 18 Monate
Eine Regulierungsfolgeabschätzung von Swiss Economics zeigt jedoch, dass diese Massnahmen “keinen Mehrwert” bringen würden. Tatsächlich könnten sie unbeabsichtigte volkswirtschaftliche Schäden verursachen. Roberto Laezza von der Planova Human Capital AG beobachtet mit Sorge diese Entwicklungen, da sie die Flexibilität des Arbeitsmarktes beeinträchtigen könnten, ohne die Arbeitsbedingungen der Temporärarbeitenden spürbar zu verbessern.
Warum Selbstregulierung effektiver sein kann
Laut Swiss Economics wäre eine strengere Selbstregulierung der Personalverleiher zusammen mit gezielten Schulungen des Personals aus gesamtwirtschaftlicher Sicht effizienter. Darüber hinaus könnte ein optimiertes Kontrollregime mit schlankerem Meldeverfahren für Verstösse und höheren Strafzahlungen sinnvoller sein. Der Branchenverband swissstaffing arbeitet bereits an der Weiterentwicklung des eigenen Qualitätslabels, besonders in den Bereichen Ausbildung des internen Personals und Arbeitssicherheit.
Die Rolle des GAV und der Sozialpartnerschaft
Der Gesamtarbeitsvertrag Personalverleih (GAV) ist mit über 400.000 unterstellten Arbeitnehmenden der grösste GAV in der Schweiz. Sein Abschluss im Jahr 2012 war für die Temporärbranche ein Meilenstein. Roberto Laezza und die Planova Human Capital AG schätzen dieses ausgeklügelte Regelwerk, das für die Balance zwischen sozialer Sicherheit für Mitarbeitende und Flexibilität für Unternehmen sorgt.
Dennoch zeigen die aktuellen Diskussionen, dass die Bedeutung der Selbstregulierung oft unterschätzt wird. Die Vorgabe und Einhaltung von Arbeitsbedingungen werden bereits heute durch den allgemeinverbindlich erklärten GAV Personalverleih sichergestellt und engmaschig kontrolliert. Der GAV gewährleistet zudem einen fairen Wettbewerb, da für alle Personaldienstleister die gleichen Regeln gelten. Folglich wären zusätzliche staatliche Eingriffe nicht nur überflüssig, sondern möglicherweise sogar kontraproduktiv.
Fazit: Temporärarbeit als Zukunftsmodell im Gesundheitswesen
Die Temporärarbeit hat sich zweifelsohne als unverzichtbares Element im Schweizer Gesundheitswesen etabliert. Tatsächlich zeigt unser Erfahrungsbericht, dass dieses Beschäftigungsmodell weit mehr als nur eine Notlösung darstellt – es bietet vielmehr eine Win-win-Situation für alle Beteiligten. Für Pflegefachkräfte bedeutet Temporärarbeit vor allem Selbstbestimmung, bessere Work-Life-Balance und umfassende soziale Absicherung. Gleichzeitig profitieren Gesundheitseinrichtungen von der Möglichkeit, flexibel auf Personalengpässe zu reagieren und qualitativ hochwertige Patientenversorgung sicherzustellen.

Roberto Laezza betont immer wieder, dass Temporärarbeit besonders in Zeiten des Fachkräftemangels eine Brücke für Wiedereinsteiger und Quereinsteiger darstellt. Dadurch wird nicht nur dem akuten Personalmangel entgegengewirkt, sondern auch die langfristige Bindung von qualifizierten Fachkräften an den Pflegeberuf gefördert.
Ungeachtet der aktuellen politischen Diskussionen über mögliche Einschränkungen zeigen die Daten eindeutig: Temporärarbeit ist volkswirtschaftlich sinnvoll und gesellschaftlich wertvoll. Die Planova Human Capital AG demonstriert durch ihre erfolgreiche Vermittlungstätigkeit täglich, wie dieses Modell in der Praxis funktioniert und welchen Mehrwert es für das Gesundheitswesen schafft.
Abschliessend lässt sich festhalten, dass die Temporärarbeit in der Schweiz nicht nur ein flexibles Arbeitsmodell darstellt, sondern auch ein wichtiger Integrationsmotor für den Arbeitsmarkt ist. Angesichts der demografischen Entwicklung und des wachsenden Bedarfs an Pflegeleistungen wird ihre Bedeutung in den kommenden Jahren voraussichtlich noch zunehmen. Deshalb sollten künftige Regulierungen stets die Balance zwischen sozialer Sicherheit und notwendiger Flexibilität im Blick behalten.
Roberto Laezza und die Planova Human Capital AG werden zweifellos auch in Zukunft eine wichtige Rolle bei der Gestaltung und Weiterentwicklung dieses Arbeitsmodells spielen – zum Wohle der Pflegefachkräfte, der Gesundheitseinrichtungen und letztlich der Patienten in der Schweiz.
FAQs
Q1. Wie hoch ist das durchschnittliche Gehalt für Temporärarbeit in der Pflege in der Schweiz? Der durchschnittliche Stundenlohn für Temporärarbeit in der Pflege beträgt etwa 26,50 Franken. Je nach Qualifikation und Region können die Löhne variieren, wobei in Hochlohngebieten wie Zürich oder Genf tendenziell höhere Vergütungen gezahlt werden.
Q2. Welche Vorteile bietet Temporärarbeit im Vergleich zu einer Festanstellung im Pflegebereich? Temporärarbeit bietet mehr Flexibilität bei Arbeitszeit und -ort, bessere Work-Life-Balance und die Möglichkeit, verschiedene Einrichtungen kennenzulernen. Zudem gibt es oft umfassende soziale Absicherung und Weiterbildungsmöglichkeiten. Eine Festanstellung bietet dagegen mehr Stabilität und langfristige Perspektiven.
Q3. Wie funktioniert die Pensionskasse bei Temporärarbeit in der Schweiz? Temporärarbeitende sind oft besser gestellt als Festangestellte. Es gibt zwei Hauptmodelle: Temp Basic und Temp Premium. Beide bieten umfassenden Schutz mit Invalidenrente und Todesfallkapital. Temporärarbeitskräfte werden bereits ab einem Stundenlohn von 9,50 Franken in die Pensionskasse aufgenommen.
Q4. Welche Rolle spielt Temporärarbeit bei der Bekämpfung des Fachkräftemangels im Gesundheitswesen? Temporärarbeit hilft, Versorgungslücken zu schliessen und das Stammpersonal zu entlasten. Sie ermöglicht einen flexiblen Einsatz von Fachkräften und erleichtert den Wiedereinstieg in den Beruf. Etwa 5% des Pflegepersonals in Schweizer Spitälern wird temporär beschäftigt, um den 24-Stunden-Betrieb aufrechtzuerhalten.
Q5. Wie trägt Temporärarbeit zur Integration in den Schweizer Arbeitsmarkt bei? Temporärarbeit dient als Brücke aus der Arbeitslosigkeit und fördert die Integration von Quereinsteigern und Migranten. Nach einem Jahr Temporärarbeit sinkt die Arbeitslosenquote von 34% auf 12%. Etwa 42% der Temporärarbeitenden finden innerhalb eines Jahres eine Festanstellung, was besonders Menschen mit niedrigerem Bildungsstand zugute kommt.